GLOSSAR

Power BI Glossar — die wichtigsten Begriffe rund um Business Intelligence, Microsoft Fabric und Agentic BI

Damit Sie ins Erstgespräch gehen können, ohne dass Berater-Jargon zwischen Ihnen und einer guten Entscheidung steht. 31 Begriffe aus Power BI, Microsoft Fabric, Data Governance und Agentic BI, nach Themen sortiert und jeweils in rund 30 Sekunden erklärt.

Veröffentlicht Mai 2026 · zuletzt aktualisiert Juni 2026 · David Chang, Gründer von DBI Analytics

Power BI & Datenmodellierung

Power BI Beratung

Strategische und technische Begleitung, wenn ein Unternehmen Power BI einführt, eine bestehende Reportinglandschaft migriert oder seine Modelle optimieren will. Dazu gehören Datenmodellierung, DAX-Entwicklung, das Governance-Konzept und die Lizenzberatung. Genauso wichtig ist die Schulung des eigenen Teams, damit es nach Projektende selbst weiterarbeiten kann.

Power BI Service

Die Cloud-Komponente von Power BI unter app.powerbi.com. Hier werden Berichte geteilt, geplante Datenaktualisierungen eingerichtet und Dashboards für ganze Teams freigegeben. Vereinfacht gesagt: Das Desktop-Tool baut die Berichte, der Service verteilt sie.

Semantisches Modell

Das semantische Modell ist die Schicht, die aus Rohdaten geschäftlich interpretierbare Kennzahlen macht. Es bündelt Tabellen, Beziehungen, Measures und Metadaten an einer einzigen Stelle. Und genau diese Schicht liest ein KI-Agent wie Claude, um eine Frage in korrektes DAX zu übersetzen, ohne das Modell dabei zu verändern.

DAX

DAX steht für Data Analysis Expressions, die Formelsprache hinter Power BI. Auf den ersten Blick erinnert sie an Excel-Formeln, ist aber für mehrdimensionale Datenmodelle gebaut. Eine DAX-Berechnung wird erst im Moment der Anzeige ausgewertet, und zwar im jeweils gültigen Filterkontext. Bis dahin belegt sie keinen Speicher.

Measure

Eine benannte DAX-Berechnung, die sich bei jeder Filteränderung im Bericht neu berechnet, etwa Umsatz YTD, Marge in Prozent oder ein Vorjahresvergleich. Anders als eine berechnete Spalte speichert eine Measure keine festen Werte. Sie reagiert dynamisch darauf, was der Nutzer gerade über Slicer und Achsen ausgewählt hat.

Filterkontext

Der Filterkontext umfasst alle Filter, die zum Zeitpunkt einer Berechnung aktiv sind, egal ob sie aus Slicern, Visuals oder Beziehungen im Modell kommen. Mit Funktionen wie CALCULATE, ALL und ALLEXCEPT lässt er sich gezielt verändern. Wer den Filterkontext verstanden hat, schreibt verlässliche Measures. Wer ihn übergeht, jagt Zahlen, die scheinbar grundlos falsch sind.

Sternschema

Eine Modellarchitektur mit einer zentralen Faktentabelle in der Mitte und mehreren Dimensionstabellen drumherum. In Power BI gilt sie als bewährter Standard, weil sie schnelle Berichte und einfache Measures ermöglicht. Dieselbe saubere Trennung von Fakten und Dimensionen ist auch die Grundlage dafür, dass KI-Abfragen auf dem Modell verlässliche Ergebnisse liefern.

Power Query (M)

Die Datenaufbereitungsschicht in Power BI und Microsoft Fabric. Mit der Sprache M werden Daten aus den Quellen geladen, bereinigt, transformiert und ins Modell gebracht. Power Query ist die erste Station im klassischen Dreischritt: erst Power Query, dann das Datenmodell, dann DAX.

Staging-Tabelle

Eine Zwischenschicht, in der Rohdaten zuerst landen, bevor sie in die produktiven Dimensions- und Faktentabellen wandern. Bereinigt wird hier gar nicht oder nur minimal. In governance-konformen Architekturen ist die Staging-Schicht Pflicht, weil sich über sie nachvollziehen lässt, woher ein Datenpunkt ursprünglich kam.

Wide Format (Anti-Pattern)

Ein Tabellenformat, bei dem neue Datenpunkte als zusätzliche Spalten auftauchen statt als neue Zeilen, etwa ein neues Quartal als eigene Spalte. In Excel ist das Alltag, in Power BI dagegen ein Problem: Solche Tabellen muss man über Power Query erst entpivotieren. Bei Excel-zu-Power-BI-Migrationen gehört das zu den häufigsten Stolperfallen.

Row-Level Security (RLS)

Ein Sicherheitsmechanismus, der den Datenzugriff in Power BI auf Zeilenebene steuert, sodass ein Regionalleiter nur die Zahlen seiner Region sieht. Definiert wird das über DAX-Rollen. Ein wichtiger Haken dabei: RLS greift für Viewer, nicht aber für Workspace-Mitglieder mit Bearbeitungsrechten. Deshalb muss das Berechtigungskonzept immer als Ganzes gedacht werden.

IBCS

Die International Business Communication Standards sind ein Regelwerk für einheitliche, vergleichbare Management-Berichte. Sie legen fest, wie Ist, Plan und Forecast notiert werden und wie man skaliert und kategorisiert. DBI setzt IBCS-Templates ab Stufe 3 der Power BI Championship ein.

Microsoft Fabric & Plattform

Microsoft Fabric

Microsofts integrierte Daten- und Analyseplattform. Sie bringt Data Lake (OneLake), Data Engineering, Data Warehousing, Power BI und KI-Funktionen unter eine einzige, kapazitätsbasierte Lizenz und löst damit die alte Power-BI-Premium-Welt ab. Wer heute Self-Service-BI betreibt und morgen KI-Agenten auf die eigenen Daten lassen will, braucht Fabric als Fundament.

OneLake

Der zentrale, mandantenfähige Data Lake im Inneren von Microsoft Fabric. OneLake hält alle Daten in einem einzigen logischen See im Delta-Parquet-Format, ob Lakehouse, Warehouse oder KQL-Datenbank. Das Hin- und Herkopieren zwischen Werkzeugen entfällt, weil sämtliche Fabric-Dienste aus demselben See lesen.

Lakehouse

Ein Konzept in Microsoft Fabric, das die Offenheit eines Data Lake mit den Abfragemöglichkeiten eines Data Warehouse verbindet. Es nimmt strukturierte ebenso wie semi- und unstrukturierte Daten auf und bildet die Basis für die Medallion-Architektur von Bronze über Silber bis Gold.

Direct Lake

Ein Abfragemodus in Fabric, bei dem das semantische Modell direkt aus OneLake liest, ganz ohne Import-Refresh. Seine Stärke spielt Direct Lake bei großen Datensätzen jenseits von 10 bis 20 GB aus und überall dort, wo Daten in unter 15 Minuten aktuell sein müssen. Für DAX-lastige Iterationen bleibt der klassische Import-Modus dagegen oft die bessere Wahl.

Capacity-Lizenz (F-SKU)

Das Lizenzmodell von Power BI Premium und Fabric, bei dem eine feste Monatskapazität gebucht wird, zum Beispiel F64. Beliebig viele Betrachter dürfen damit auf Berichte zugreifen, was sich ab rund 250 Anwendern gegenüber Einzellizenzen rechnet. Als grobe Orientierung: F2 für kleine Teams, F8 als Baseline für 100 bis 500 Nutzer, F32 sobald Direct Lake und Echtzeitanalysen dazukommen, F64 als Eintrittskarte für Copilot.

Copilot in Power BI

Microsofts KI-Assistent, der aus Eingaben in natürlicher Sprache Berichte erzeugt, DAX-Formeln vorschlägt und Daten erklärt. Vorausgesetzt wird eine Fabric-Kapazität ab F64 oder eine Power-BI-Premium-per-User-Lizenz (PPU). Copilot liest dabei das semantische Modell, weshalb klar beschriebene Measures die Zahl der Halluzinationen spürbar senken.

Medallion-Architektur

Ein dreistufiger Datenfluss in Fabric und modernen Lakehouses. Bronze enthält die Rohdaten unverändert, Silber die bereinigten und geprüften Daten, Gold die fertig modellierten und reportingfähigen Daten. Jede Stufe trägt ihre eigene Verantwortung, und der Gold-Layer ist genau das, was Power BI später als semantisches Modell verwendet.

Microsoft Solutions Partner

Der höchste offizielle Partnerstatus, den Microsoft an Beratungshäuser vergibt. Er hängt zugleich an Zertifizierungen, abgeschlossenen Projekten und Kundenbewertungen. DBI Analytics trägt diesen Status im Bereich Data & AI (Azure).

Agentic BI, KI & MCP

Agentic BI

Ein BI-Ansatz, bei dem KI-Agenten Aufgaben eigenständig übernehmen: Sie dokumentieren Datenmodelle, bereiten Migrationen vor, führen Deployments durch und prüfen die Datenqualität, ohne dass jemand jeden Schritt einzeln anstößt. DBI setzt dafür die eigene ABIS-Engine ein. Der Unterschied zum klassischen Copilot liegt darin, dass ein Agent plant, Werkzeuge selbst aufruft und mehrstufige Aufgaben bis zum Ende durchzieht.

ABIS-Engine

Der hauseigene KI-Agent von DBI Analytics, kurz für Agentic Business Intelligence System. ABIS analysiert BI-Landschaften, liest Excel-Strukturen aus, automatisiert DAX-Übersetzungen und erzeugt Dokumentation auf Knopfdruck. Das ist der Effizienzhebel hinter dem Festpreis-Modell. ABIS läuft komplett lokal, schickt keine Kundendaten in die Cloud und sitzt als Governance-Schicht zwischen MCP-Server und Sprachmodell.

MCP (Model Context Protocol)

Ein offener Standard von Anthropic, über den KI-Assistenten externe Werkzeuge ansprechen können. Man kann ihn sich wie USB-C für KI vorstellen: Jeder MCP-fähige Tool-Server lässt sich von jedem MCP-fähigen Assistenten nutzen. In der Power-BI-Welt erlaubt ein MCP-Server Claude, das semantische Modell abzufragen, DAX zu schreiben und Lineage zu lesen, ohne am Modell selbst etwas zu ändern.

Power BI MCP Server

Ein MCP-Server, der neben Power BI Desktop läuft und das semantische Modell als Werkzeuge für Sprachmodelle wie Claude bereitstellt. Über sechs produktive Endpunkte sind Schemaabfragen, DAX-Ausführung, Measure-Dokumentation und Lineage-Analyse möglich. Das Modell selbst muss dafür nicht verändert werden, und sämtliche Daten bleiben lokal.

Kontextgraph

Eine strukturelle Karte eines BI-Artefakts, etwa einer Excel-Datei oder eines Power-BI-Modells. Jede Entität, also Tabelle, Measure, Spalte oder Formel, wird zu einem Knoten, jede Abhängigkeit zu einer Kante. ABIS nutzt diesen Graphen, um Komplexität abzuschätzen, Migrationen zu priorisieren und Auswirkungen zu analysieren. Statt zu raten, wie verschachtelt ein Modell ist, sieht man das Abhängigkeitsnetz direkt vor sich.

Governance-Layer

Die Schicht in einem KI-Workflow, die für Regeln sorgt: Namenskonventionen, Zugriffsrechte, Audit-Trails und Prüfmechanismen. Ohne sie kann kein Unternehmen KI-Agenten guten Gewissens auf sensible Daten lassen, schon gar nicht unter den Vorgaben des EU AI Act. Bei DBI übernimmt ABIS diese Rolle als lokale, portable Desktop-Anwendung.

Regulatorik & Compliance

EU AI Act (KI-Verordnung)

Die EU-Verordnung 2024/1689, die einen risikobasierten Rechtsrahmen für KI in Europa setzt. Für BI-Teams wird sie dort relevant, wo KI Entscheidungen über Menschen beeinflusst, etwa bei Preismodellen, Kreditscoring oder HR-Analytics. Solche Anwendungen können als Hochrisikosysteme gelten und müssen ab Dezember 2027 strenge Anforderungen an Governance, Dokumentation, Logging und menschliche Aufsicht erfüllen. Realistisch sollte man dafür 12 bis 18 Monate Vorlauf einplanen.

Data Lineage

Die lückenlose Spur eines Datenpunkts: woher er stammt, welche Transformationen er durchlaufen hat und in welchen Berichten er am Ende auftaucht, von der Quelle bis ins Dashboard. Lineage ist zum einen eine Governance-Anforderung, zum anderen die Voraussetzung dafür, dass KI-Agenten verlässlich arbeiten. Ohne sie weiß ein Agent schlicht nicht, welche Quelle er gerade vor sich hat.

DSGVO / Datenschutz in BI

Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt, dass personenbezogene Daten auch in BI-Systemen geschützt bleiben. In Power BI betrifft das Sensitivity Labels, Row-Level Security, Workspace-Rollen und vor allem die Frage, ob Daten überhaupt in Cloud-KI-Dienste fließen dürfen. ABIS und der Power BI MCP Server von DBI sind bewusst so gebaut, dass sie lokal laufen und keine Daten in die Cloud übertragen.

Zertifizierungen

PL-300 (Power BI Data Analyst Associate)

Die Microsoft-Zertifizierung rund um Power BI. Geprüft werden Datenaufbereitung mit Power Query, Datenmodellierung, DAX, Visualisierung und die Bereitstellung im Power BI Service. Sie ist das Einstiegszertifikat für BI-Entwickler und wird bei DBI in den Stufen 1 und 2 der Power BI Championship vorbereitet.

DP-600 (Fabric Analytics Engineer Associate)

Die Microsoft-Zertifizierung für Microsoft Fabric. Sie deckt Lakehouse-Design, Direct Lake, Dataflows, Pipelines und semantische Modelle in Fabric ab. Gedacht ist sie für Fortgeschrittene, also Entwickler und Architekten, die von Power BI Premium auf Fabric umsteigen.