Wie automatisiere ich Geschäftsprozesse in einem mittelständischen Unternehmen?+
In vier Schritten: Erstens den Prozess messen — Häufigkeit, Durchlaufzeit, Fehlerquote und Kosten je Schritt aus den vorhandenen Systemen zusammenführen. Zweitens den Prozess standardisieren, wenn er in mehreren Varianten läuft. Drittens den Schritt mit dem besten Verhältnis aus Häufigkeit und Aufwand automatisieren. Viertens die Kennzahlen aus Schritt eins laufend weitermessen, um den Effekt zu belegen. Die Werkzeugfrage kommt zuletzt, nicht zuerst.
Welche Prozesse sollte ein Unternehmen zuerst automatisieren?+
Prozesse, die drei Bedingungen zugleich erfüllen: Sie laufen häufig, sie sind klar geregelt, und sie kosten heute messbar Zeit. In den meisten Unternehmen sind das Datenaufbereitung, Berichtserstellung und -verteilung sowie wiederkehrende Prüf- und Freigabeschritte. Prozesse, die selten laufen oder in jeder Abteilung anders, gehören ans Ende der Liste — dort ist der Pflegeaufwand höher als die Ersparnis.
Welche Programme brauchen Unternehmen zur Prozessautomatisierung?+
Meist weniger als erwartet. Für Datenprozesse genügt in Microsoft-Umgebungen häufig das, was bereits lizenziert ist: Power Automate für Workflows, Fabric Data Factory für Datenstrecken, Power BI für die Kennzahlen. Zusätzliche Werkzeuge lohnen sich erst, wenn ein konkreter Prozess benannt, gemessen und standardisiert ist. Wer die Software vor dem Anwendungsfall auswählt, zahlt Lizenzen für einen Prozess, der noch nicht entschieden ist.
Was kostet Prozessautomatisierung im Mittelstand?+
Der Einstieg ist bei uns kostenfrei: der 90-Minuten-Kurs und ein 30-minütiges Erstgespräch kosten nichts. Umsetzungsprojekte rechnen wir nach Aufwand ab; Tagessätze liegen je nach Rolle zwischen 640 € und 2.500 €, Beratungspakete beginnen bei 6.400 €. Ein belastbarer Kostenrahmen entsteht erst, wenn der Prozess gemessen ist — vorher ist jede Zahl ein Risikoaufschlag auf Unwissen.
Wie lange dauert es, bis sich eine Automatisierung rechnet?+
Das hängt fast vollständig an der Häufigkeit. Ein Prozess, der täglich eine Stunde Handarbeit bindet, amortisiert einen Umsetzungsaufwand von wenigen Tagen in der Regel innerhalb eines Quartals. Ein monatlicher Prozess braucht ein Vielfaches davon. Genau deshalb steht die Messung am Anfang: Sie liefert die Zahl, mit der sich diese Frage vorher beantworten lässt statt nachher.
Brauche ich dafür KI?+
Nicht für den größeren Teil. Regelbasierte Schritte — wenn X, dann Y — automatisiert klassische Workflow-Technik zuverlässiger, günstiger und nachvollziehbarer als ein Sprachmodell. KI-Agenten lohnen sich bei Schritten, die eine Beurteilung erfordern: Auffälligkeiten kommentieren, Vorgänge einordnen, Ursachen vorsortieren. Wer beides vermischt, zahlt für Komplexität, die der Prozess nicht braucht.
Was ist mit Datenschutz und EU AI Act?+
Für regelbasierte Automatisierung gelten die üblichen DSGVO-Anforderungen. Sobald KI-Systeme im Einsatz sind, greift zusätzlich Artikel 4 EU AI Act: Unternehmen müssen ausreichende KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden sicherstellen — die Pflicht gilt seit dem 2. Februar 2025 größenunabhängig, seit dem 2. August 2026 wird sie behördlich überwacht. Unsere Agenten arbeiten Local-First, also auf Infrastruktur, die Sie kontrollieren.
Automatisieren Sie auch Maschinen und Anlagen?+
Nein. Steuerungs-, Anlagen- und Robotertechnik gehört zu Ihrem Integrator. Wir übernehmen die Datenseite: Maschinen-, MES- und ERP-Daten zusammenführen, Produktionskennzahlen wie OEE, Ausschuss und Stillstandzeiten laufend berechnen und automatisiert ausliefern.