Agentic BI Guide · Kapitel 12 · Sicherheit & Recht

EU AI Act im Reporting: was für KI-Agenten auf Unternehmensdaten gilt.

Fünf Fragen eines Prüfers — welche Systeme, welche Daten, wer hat freigegeben, wer ist geschult, ist eines davon Hochrisiko — und die Antworten, die ein BI-Team heute geben kann. Dieses Kapitel führt in drei Fragen von der Risikoklasse zur Pflichtenliste und zeigt, welche Nachweise ein Agentic-BI-Betrieb nebenbei erzeugt.

Lesezeit 11 Min.Fokus: EU AI ActArbeitsmaterial: ChecklisteStand November 2026
Vier Chevrons: Risikoklasse bestimmen, Pflichten ableiten, Nachweise führen, Freigabe durch Menschen — die Nachweise sind orange, weil sie im Agentic-BI-Betrieb nebenbei entstehenKAPITEL 12 · EU AI ACTRisikoklasse, Pflichten,Nachweis1Risikoklasse2Pflichten3Nachweise4AufsichtOrange: Protokoll, Regelsatz, Freigabe, Lineage, Schulung entstehen im Betrieb mit
Nachweise aus dem Werkzeug, nicht obendrauf
Kurzantwort

Ist unser Reporting-Agent ein Hochrisikosystem — und was heißt Art. 4 für BI-Teams?

Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ordnet KI-Systeme nach Risiko: verboten, hochriskant, transparenzpflichtig, übrig. Ein Agent, der Modelle dokumentiert, Regeln prüft, Reportseiten baut und Migrationen vorbereitet, trifft keine Entscheidung über Personen — er ist in aller Regel kein Hochrisikosystem. Das ändert sich, wenn das Reporting Entscheidungen über Menschen speist: Bonus, Kredit, Personalauswahl, Versicherungstarif. Dann gelten die Pflichten aus Anhang III, und die Frage gehört an die Rechtsabteilung.

Art. 4 gilt unabhängig von der Risikoklasse und schon seit dem 2. Februar 2025: Betreiber müssen sicherstellen, dass ihr Personal über ausreichende KI-Kompetenz verfügt. Für BI-Teams heißt das: Wer Agenten einsetzt, kann nachweisen, dass die Beteiligten wissen, was ein Sprachmodell kann, was es erfindet und wie eine Antwort zu prüfen ist — je Rolle, mit Datum. Ein Chatverlauf ist kein Nachweis; eine Schulung mit Teilnehmerliste ist einer.

Was für jeden Reporting-Agenten gilt, lässt sich auf einer Seite zusammenfassen: KI-Kompetenz nach Art. 4, eine interne KI-Richtlinie, ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO mit KI-Zusatzvereinbarung, und menschliche Freigabe an definierten Stellen. Die Nachweise dafür — Protokoll je Anfrage, Regelsatz mit Version, Freigabeliste mit Namen, Lineage je Kennzahl — entstehen in einem Agentic-BI-Betrieb mit ABIS nebenbei, nicht am Jahresende als Dokumentation obendrauf.

  • 3 Fragenvon der Risikoklasse zur Pflichtenliste
  • Art. 4KI-Kompetenzpflicht seit 2. Februar 2025
  • 5 Nachweisedie ein Agentic-BI-Betrieb nebenbei erzeugt
  • Anhang IIIHochrisiko nur bei Entscheidungen über Personen
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Fünf Fragen eines Prüfers an ein BI-Team, das seit einem Jahr KI nutzt — und die Antworten, die es heute geben kann.

Schaubild Problem EU AI Act: Tabelle mit fünf Prüferfragen — welche KI-Systeme, welche Daten, wer hat freigegeben, wer ist nach Art. 4 geschult, ist eines davon Hochrisiko — und den heutigen Antworten: Chatverläufe in 14 Konten, eine Excel-Liste von 2025, „der Agent hat das selbst“, keine Nachweise, „wahrscheinlich nicht?“; darunter die Fristen mit Stand November 2026, Anhang III nach Digital Omnibus 2. Dezember 2027, Anhang I 2. August 2028
Die Fristen laufen; die Nachweise fehlen, weil niemand sie je als Teil der Arbeit gedacht hat. Quelle: DBI Analytics, Agentic BI Guide, Stand November 2026. Schaubild in voller Größe öffnen
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Häufige Fragen

Fragen zum EU AI Act im Reporting

Ist ein KI-Agent für Power BI ein Hochrisikosystem?

In aller Regel nicht: Ein Agent, der Modelle dokumentiert, Regeln prüft und Reportseiten baut, trifft keine Entscheidung über Personen. Hochrisiko nach Anhang III wird es, wenn das Reporting Entscheidungen über Menschen speist — Bonus, Kredit, Personalauswahl, Versicherungstarif. Dann gehört die Einordnung zur Rechtsabteilung. Keine Rechtsberatung.

Was verlangt Art. 4 EU AI Act von einem BI-Team?

Ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz bei allen, die mit Betrieb und Nutzung befasst sind — seit dem 2. Februar 2025, unabhängig von der Risikoklasse. Praktisch: eine Schulung je Rolle mit Teilnehmerliste und Datum, die erklärt, was ein Modell erfindet, welche Daten es lesen darf, wie eine Antwort geprüft wird und wer freigibt.

Ab wann gelten die Hochrisikopflichten?

Nach dem Grundtext ab dem 2. August 2026 für Anhang III; mit dem Digital Omnibus (vorläufige Einigung Mai 2026) ab dem 2. Dezember 2027, für Anhang I ab dem 2. August 2028. Welche Fassung am Ende gilt, hängt vom Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens ab — vor jeder Projektplanung prüfen. Art. 4 und die DSGVO gelten in jedem Fall schon jetzt.

Welche Nachweise verlangt der AI Act im Reporting?

Protokoll je Anfrage, Regelsatz mit Version, Freigabeliste mit Namen, Lineage je Kennzahl und Schulungsnachweis nach Art. 4. In einem Agentic-BI-Betrieb mit ABIS entstehen diese fünf als Nebenprodukt des Werkzeugs: Agent-Log, Regelversion, Freigabe im Human-in-the-Loop-Prozess, Kontextgraph.

Was bedeutet menschliche Aufsicht (Art. 14) im Reporting?

Dass ein Mensch die Ausgaben des Systems verstehen, überwachen und eingreifen kann — im Reporting konkret: Entscheidung über Mockup und Scope, Freigabe jeder Modelländerung, Abnahme gegen Referenzwerte. Das ist der Human-in-the-Loop-Prozess aus Kapitel 5, mit Name und Zeitstempel.

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