Agentic BI Guide · Kapitel 10 · Projekt & Praxis

Agentic Workflow im BI-Projekt: sechs Schritte vom Mockup zur Abnahme.

Prototyp, Review, Fixierung, Bau, Nachweis, Doku: Der Agent macht die Menge, der Mensch entscheidet, gibt frei und nimmt ab. So wird der Umfang vor dem Bau unstrittig, ein Festpreis hält, und niemand streitet am Ende, was „fertig“ heißt.

Lesezeit 12 Min.Fokus: Agentic WorkflowArbeitsmaterial: Mockup-VorlageStand November 2026
Sechs Chevrons: Mockup, Bestand, Regeln, Bau, Test, Abnahme — die drei orangen Schritte sind die Freigabestellen des MenschenKAPITEL 10 · AGENTIC WORKFLOWSechs Schrittevom Mockup zur Abnahme1Mockup2Bestand3Regeln4Bau5Test6AbnahmeOrange: Entscheidung, Freigabe, Abnahme bleiben beim Menschen
Mockup und Graph
Kurzantwort

Wie läuft ein agentisches BI-Projekt ab?

Ein agentisches BI-Projekt läuft in sechs Schritten: 1 Prototyp: jede Berichtsseite entsteht als klickbares HTML-Mockup, bevor etwas Echtes gebaut wird. 2 Review: der Fachbereich kommentiert den Prototyp, die Rückmeldungen werden wörtlich und quellenbezogen zu einem Briefing verdichtet. 3 Fixierung: jede Seite wird ein Arbeitspaket mit Scope, Out-of-Scope und Abnahmekriterien. 4 Bau: der Agent baut die Seite gegen Mockup und Arbeitspaket, Visuals, Layout, Measures, als Code. 5 Nachweis: das Modell wird gegen rund 60 Regeln geprüft und repariert, jede Reparatur freigegeben. 6 Doku: die Dokumentation wird aus dem ausgelieferten Modell erzeugt.

Der Unterschied zum klassischen Projekt liegt in der Reihenfolge: Erst wird der Umfang unstrittig gemacht, dann gebaut. Das Mockup ist nicht nur Abstimmung, es ist die Vorlage, gegen die der Agent baut, mit derselben Seitengröße wie der spätere Bericht. Was nach der Fixierung dazukommt, ist ein nummerierter Change Request, kein stillschweigend absorbierter Mehraufwand.

Der Mensch bleibt an drei Stellen zuständig: Er entscheidet im Review, gibt frei im Nachweis und nimmt ab. Alles dazwischen ist Menge. In einem Projekt bei einem regionalen Energieversorger, 16 Reportseiten auf 6 Mustern, 12 Arbeitspakete, kam die erste klickbare Seite nach einer Woche statt nach rund zehn; 20 Change Requests entstanden nach der Fixierung, jeder dokumentiert, keiner im Festpreis versteckt. Die Vorlage dafür ist das Arbeitsmaterial dieses Kapitels.

  • 6 SchrittePrototyp, Review, Fixierung, Bau, Nachweis, Doku
  • 3 StellenEntscheidung, Freigabe, Abnahme
  • 2 Schleifenhöchstens, je Seite bis zur Fixierung
  • 1 Wochebis zur ersten klickbaren Seite statt rund zehn
Kennen Sie das?

Klassisch: sechs Monate, erste Seite in Woche 10

Modellrechnung für 16 Reportseiten nach Aufwand — so läuft ein BI-Projekt, wenn der Umfang erst beim Bauen klar wird.

Schaubild Problem Agentic Workflow: Zeitleiste über 26 Wochen — Workshop, Daten beschaffen, Datenmodell, zehn Wochen Reporting erarbeiten und ändern, UAT, Doku; Marken bei Woche 10 (erste Seite), Woche 20 (UAT: „das meinten wir nicht“) und Woche 26 (Abrechnung nach Aufwand); darunter vier Gründe: stiller Scope-Zuwachs, eine Vollzeitkraft klickt, Überraschung im UAT, Doku veraltet sofort
Der Unterschied liegt nicht im Werkzeug, sondern in der Reihenfolge: erst Umfang, dann Bau. Quelle: DBI Analytics, Agentic BI Guide, Stand November 2026. Schaubild in voller Größe öffnen
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Häufige Fragen

Fragen zum Agentic Workflow

Was ist ein Agentic Workflow?

Ein Agentic Workflow ist ein Projektablauf, in dem ein KI-Agent die ausführende Arbeit übernimmt und Menschen an definierten Stellen entscheiden. In BI-Projekten sind das sechs Schritte: Prototyp, Review, Fixierung, Bau, Nachweis, Doku. Der Agent baut, verdichtet, prüft und dokumentiert; der Mensch entscheidet im Review, gibt im Nachweis frei und nimmt ab.

Warum ein HTML-Mockup und nicht gleich Power BI?

Weil ein Mockup in Stunden entsteht und in Minuten geändert wird, ohne Datenmodell. Der Fachbereich nimmt das Ziel ab, bevor Aufwand im Modell entsteht. Sobald das Mockup steht, baut der Agent die Seite als Code gegen genau dieses Ziel.

Wie verhindert der Workflow Scope Creep?

Durch die Reihenfolge: Scope, Out-of-Scope und Abnahmekriterien werden je Seite vor dem Bau festgelegt und abgenommen. Alles, was danach dazukommt, ist ein Change Request mit eigenem Aufwand — dokumentiert, freigegeben, nicht im Festpreis versteckt.

Wie viele Änderungsanträge sind normal?

In einem Projekt mit 16 Reportseiten in 12 Arbeitspaketen waren es 20. Das ist kein Planungsfehler, sondern ein Fachbereich, der mit dem Bericht arbeitet. Entscheidend ist, dass jeder Antrag bewertet, bepreist und freigegeben wird.

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