Agentic BI Guide · Kapitel 18 · Projekt & Praxis

Legacy-Reporting agentisch inventarisieren: Logik aus SAS, Crystal, SSRS, Qlik und Tableau extrahieren.

1.000 Crystal-Berichte, 100 SAS-Berichtsgruppen, 84 SSRS-Reports — und niemand weiß, wie viele davon genutzt werden, welche Logik in ihnen steckt und was eine Übersetzung kostet. Also wird geschätzt, und der Kunde trägt den Überhang. Dieses Kapitel zeigt den anderen Weg: zählen, Objekte bewerten, je Bericht einen von drei Pfaden wählen.

Lesezeit 11 Min.Fokus: Legacy-ReportingArbeitsmaterial: Inventar-VorlageStand November 2026
Fanout: ein Bestand mit 172 Objekten verteilt sich auf 84 SSRS-Berichte, 41 Prozeduren, 23 SSIS-Pakete sowie 24 Views und Funktionen; 73 davon ungenutztKAPITEL 18 · LEGACY-REPORTINGGezähltstatt geschätzt172 Objekte · 1 BestandSSRS-Berichte84+70Prozeduren41+27SSIS-Pakete23+9Views, Funktionen24+1073 ungenutzt — drei Pfade je Bericht
Gezählt statt geschätzt
Kurzantwort

Was zählt als Objekt — und was lässt sich nicht automatisch übersetzen?

Ein Objekt ist alles, was Logik trägt: ein Bericht mit seinen Parametern und Subreports, eine Prozedur, ein SSIS-Paket, eine View, eine Funktion, ein SAS-Step, ein Qlik-Load-Script, ein Tableau-Calculated-Field. Tabellen zählen nicht — sie sind Kontext. Ein Agent liest jede Datei strukturell in den Graphen, ohne Daten, und zählt: In einem anonymisierten SQL-Server-Bestand waren das 172 Objekte, davon 73 seit zwölf Monaten ungenutzt, mit 14 verschiedenen Definitionen von „Umsatz netto“ in 9 Prozeduren und 31 Berichten.

Aus dem Inventar folgt je Objekt ein Komplexitäts-Score von 0 bis 10 — Berechnungen je Bericht, Zeilen je Prozedur, Verschachtelung, Makros — und je Bericht einer von drei Pfaden: behalten oder abschalten (ungenutzt seit zwölf Monaten, oder einfach und das Altsystem läuft parallel), übersetzen (Logik aus SAS, Crystal, SSRS in SQL und DAX, agentisch, jeder Schritt dokumentiert, ein Mensch prüft gegen die Datenbank) oder neu bauen (Berichte, deren Frage sich geändert hat: Mockup, Arbeitspaket, Festpreis). Der Preis entsteht je Cluster, gezählt: 38 Euro je Bericht für das Inventar, Obergrenze statt Schätzung für die Migration.

Nicht automatisch übersetzen lassen sich drei Dinge: makro-gesteuerte Mehrfach-Joins, deren Eingänge der Parser nicht vollständig erfasst; Logik, die nur in den Daten sichtbar ist — etwa zwei Schreibweisen desselben Regionscodes in einer Steuertabelle; und Definitionen, die sich widersprechen, wie zwei ausgelieferte Views mit unterschiedlicher Stornologik. Die kommen als Frage an den Fachbereich zurück, nicht als stille Annahme. Im PoC einer SAS-Migration stand der erste Bericht so nach 40 Stunden statt 13 bis 21 Personentagen: 457 Zeilen SQL, 26 Measures, live gegen die Datenbank validiert.

  • 172 Objekte73 ungenutzt, 14 Definitionen von Umsatz netto — ein Beispielbestand
  • 3 Pfadebehalten, übersetzen, neu bauen — je Bericht genau einer
  • 38 €je Bericht für das Inventar, gezählt, wiederholbar
  • 40 hstatt 13–21 PT für den ersten SAS-Bericht (PoC)
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1.000 Berichte, kein Inventar: der Schätzpreis

Niemand weiß, wie viele Berichte genutzt werden, welche Logik in ihnen steckt und was eine Übersetzung kostet. Also wird geschätzt — und der Kunde trägt den Überhang.

Schaubild Problem Legacy-Reporting: vier Altsystem-Karten — SAS mit rund 100 Berichtsgruppen und Lizenz nur zum Weiterbetrieb, Crystal Reports mit 1.000 rpt-Dateien und Wartungsende, SSRS mit 84 Berichten, davon 61 seit zwölf Monaten nicht ausgeführt, Qlik und Tableau mit Logik im Werkzeug — darunter ein konventionelles Angebot von rund 173.000 Euro für geschätzte 80 Berichte, die Frage „Wie viele werden genutzt?“ und vier Gründe, warum Schätzen teuer ist
Der Schätzpreis bezahlt tote Berichte mit und lässt das Risiko beim Kunden. Quelle: DBI Analytics, Agentic BI Guide, Stand November 2026. Schaubild in voller Größe öffnen
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Häufige Fragen

Fragen zur Inventarisierung von Legacy-Reporting

Was zählt bei einer Reporting-Migration als Objekt?

Alles, was Logik trägt und einzeln übersetzt, geprüft oder abgeschaltet werden muss: Berichte mit Parametern und Subreports, Prozeduren, SSIS-Pakete, Views, Funktionen, SAS-Steps, Qlik-Load-Scripts, Tableau-Calculated-Fields. Tabellen sind Kontext und zählen nicht. Bis zu zehn Prozent über der Bandgrenze kosten nichts extra.

Wie lange dauert ein Inventar?

Fünf Arbeitstage für einen Bestand mittlerer Größe: Intake, drei Tage Scan in den Graphen mit Review, Übergabe von Inventar, Komplexitäts-Score, Risikokarte und Festpreis. Gelesen werden Strukturen, keine Daten; bei rund 1.000 Crystal-Berichten liegt der Preis bei 38 Euro je Bericht, wiederholbar.

Was lässt sich nicht automatisch übersetzen?

Makro-gesteuerte Mehrfach-Joins mit unvollständig erfassten Eingängen, Logik, die nur in den Daten sichtbar ist (etwa zwei Schreibweisen eines Codes in einer Steuertabelle), und Definitionen, die sich zwischen Quelle, Staging und Produktion widersprechen. Diese Fälle kommen als Frage an den Fachbereich zurück und werden live gegen die Zieldatenbank validiert.

Soll ich alle Berichte migrieren?

Nein. Je Bericht genau einer von drei Pfaden: abschalten, wenn seit zwölf Monaten ungenutzt; übersetzen, wenn die Logik noch stimmt; neu bauen, wenn sich die Frage geändert hat. Im Beispielbestand waren 73 von 172 Objekten ungenutzt — die zu übersetzen wäre der teuerste Fehler gewesen.

Was kostet eine Migration nach dem Inventar?

Einen gedeckelten Betrag statt einer Schätzung: je Bericht nach Komplexität bepreist (im Angebot für rund 80 paginierte Berichte 528 Euro Standard, 828 Euro komplex), Summe gedeckelt, Überhang beim Dienstleister. Dort lag die Obergrenze bei rund 87.000 Euro gegenüber 173.000 Euro konventioneller Schätzung.

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