Ein Sprachmodell lügt nicht. Es ergänzt, was im Modell nicht steht, plausibel formuliert und überzeugend begründet. Im Reporting heißt das: eine richtig klingende Zahl, die falsch ist. Halluzination ist deshalb kein Modellproblem, sondern ein Dokumentationsproblem, und genau so lässt es sich lösen.
Eine KI-Halluzination ist eine Antwort, die ein Sprachmodell erzeugt, ohne dass die Information in seinen Quellen steht: Das Modell vervollständigt einen plausiblen Text, es prüft nicht. Im Reporting passiert das an drei Stellen: bei der Bedeutung einer Kennzahl (welches von drei „Umsatz“-Measures ist gemeint), beim Kontext (welcher Zeitraum, welcher Filter) und beim Bestand (gibt es die Spalte, die das Modell nennt, überhaupt).
Die Ursache liegt fast nie im Modell, sondern in dem, was es lesen kann. Ein Measure ohne Beschreibung, Einheit und Besitzer zwingt das Modell zum Raten; ein Modell ohne Lineage lässt es den Filterkontext erfinden; ein Agent ohne Bestandsgraph nennt Tabellen, die es nicht gibt. In den meisten gewachsenen Modellen sind zwei von fünf Pflichtfeldern je Kennzahl gepflegt. Die fehlenden drei ergänzt das Modell selbst.
Verhindern lässt sich das in dieser Reihenfolge: ein Measure-Katalog mit fünf Feldern je Kennzahl, ein Lineage-Graph, gegen den der Agent jede Antwort auflöst, ein Regelsatz, der undokumentierte Objekte gar nicht erst zulässt, und ein Testprotokoll mit zehn Fachfragen gegen Referenzwerte vor dem Go-live. Nicht auf der Liste: ein größeres Sprachmodell.
Sie hatte Einheit, Zeitraum und Begründung — alles, was richtige Antworten haben. Nur keine Quelle.

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Eine Antwort, die ein Sprachmodell erzeugt, ohne dass die Information in seinen Quellen steht. Das Modell vervollständigt einen plausiblen Text und prüft nicht. Im Reporting zeigt sich das als richtig klingende Zahl mit falschem Measure, falschem Filter oder einer Spalte, die es nicht gibt.
Nur zum kleinen Teil. Größere Modelle raten eleganter, aber sie raten, solange Beschreibung, Einheit, Besitzer, Lineage und Bestand fehlen. Der Hebel liegt im Modell, das die KI liest: Measure-Katalog, Lineage-Graph, Regelsatz und ein Testprotokoll. Diese vier wirken bei jedem Sprachmodell.
Weil Copilot die Metadaten des Semantikmodells liest und sich bei Mehrdeutigkeit jedes Mal neu entscheidet. Fehlen Beschreibungen und Synonyme, oder gibt es drei Measures mit ähnlichem Namen, variiert die Wahl. Die Copilot-Discovery misst das mit zehn Fachfragen gegen Referenzwerte und benennt die Lücken je Frage.
Mit einem Testprotokoll: zehn echte Fachfragen des Fachbereichs, je ein Referenzwert aus dem vertrauten Bericht, eine Toleranz, drei Durchläufe je Frage, Bewertung in exakt, Toleranz, falsch, verweigert. Abnahmeregel: mindestens neun von zehn innerhalb der Toleranz und keine sicher-falsche Antwort.
Ein Datenfehler steckt in den Daten oder im Modell und ist für jeden Nutzer gleich. Eine Halluzination entsteht in der Antwort des Sprachmodells auf ein lückenhaftes Modell und kann bei der nächsten Frage anders ausfallen. Das Testprotokoll trennt beides: Weicht der Referenzwert selbst ab, ist es ein Datenfehler; streuen die drei Durchläufe, ist es Halluzination.
In 30 Minuten stellen wir drei Ihrer Fachfragen gegen Ihr Modell und zeigen, wo Beschreibung, Lineage oder Regeln fehlen, nur auf Metadaten.